Willkommen auf der Website des Patentjägervereins Appenzell A. Rh.

 



Weiterbildung

Der Patentjägerverein AR und die Hegeringe sind in der Weiterbildung der Jäger aktiv.

Sie organisieren praktische und informelle Weiterbildungsanlässe.

Behelf für die Jägerschaft (als PDF-Datei)

 

Von der Wildbahn auf den Teller: Appenzeller Jäger bilden sich weiter

Die Jagdverwaltungen von Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden führten am Samstag den 2. Juli 2016 zum zweiten Mal einen gemeinsamen Weiterbildungskurs durch. In enger Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt wurden dabei wichtige Fragen der Lebensmittel-sicherheit thematisiert. Kantonstierarzt Sascha Quaile und sein Stellvertreter Tobias Obwegeser führten kompetent durch den Anlass.

"Das Ergebnis einer erfolgreichen Jagd liegt in der Regel als begehrtes Nahrungsmittel auf dem Teller." So begrüssten die beiden Jagdver- walter Ueli Nef (AI) und Heinz Nigg (AR) in Gonten 65 interessierte Jäger zum diesjährigen Weiterbildungstag für die Jägerschaft der beiden Appenzell. Klar ist: Jägerinnen und Jäger tragen eine hohe Verantwortung, damit nur einwandfreies Wildfleisch in den Verkehr gebracht wird. Nebst dem hygienischen Umgang müssen Jägerinnen und Jäger aber auch in der Lage sein, von der Norm abweichendes Verhalten des Wildes und Organveränderungen richtig zu deuten, um damit Wildkrankheiten und Tierseuchen frühzeitig zu erkennen. Es gilt, sowohl vor dem Schuss wie auch bei der Behandlung des erlegten Tieres fachkundig und qualitätsbewusst zu handeln.

Am Vormittag wurde mit drei Referenten die Basis für die praktische Arbeit am Nachmittag vermittelt. Rechtliche Grundlagen, das Erkennen von Wildkrankheiten und Tierseuchen sowie die korrekte Hygiene und Vermarktung der Jagdbeute bildeten die Themen des theoretischen Teils der Veranstaltung. Am Nachmittag wurde es dann konkret: An drei Ausbildungsposten zeigten Kantonstierarzt Sascha Quaile, sein Stellvertreter Tobias Obwegeser und Amtstierarzt Marius Birrer Organe wie Leber, Nieren, Lungen, Herz und Magendarmtrakte aus der Fleischkontrolle. Die Anwesenden konnten mit Auge, Nase und Tastsinn die Unterschiede zwischen unauffälligen und gesunden sowie problematischen, ver- änderten Organen erkennen. An einem vierten Posten zeigten Jagdverwalter Ueli Nef und Jagdaufseher Hansmartin Schmid das korrekte und hygienisch saubere Aufbrechen des Wildes an Fallwildrehen.

Angeregte Diskussionen, Fragen und das intensive Mitmachen zeigten das Interesse der Teilnehmenden. Am Schluss wartete auf alle ein (freiwilliger) schriftlicher Test. Jene, die diesen Test bestanden haben, sind berechtigt, im Rahmen der Jagd Bescheinigen über die Genuss- tauglichkeit von einheimischem Wildfleisch auszustellen.

                                                                      Amtstierarzt Marius Birrer hat interessierte Zuschauer 

Jagdverwaltungen AR / AI   (Text und Foto Schweizer Jäger 08/16)   

 

Appenzeller Gamstagung am Kronberg

 Bei strahlendem Wetter begrüssten die Jagdverwalter beider Appenzell am Samstag, 6. Juni 2015, 75 Jäger zu einer Weiterbildung rund um die Gämse.

Das Gamswild gehört alpenweit zur einheimischen Fauna. Obwohl die Kletterkünstler im ganzen Alpenbogen zum Teil auch in Unterarten anzutreffen sind und den unterschiedlichsten Jagdsystemen und Jagdarten unterliegen, zeigen die Bestandesbewegungen ähnliche Muster. In den beiden Kantonen konnte sich der Bestand seit dem letzten Einbruch im Jahr 2008 wieder von 390 auf rund 650 Individuen erholen.

Um das Gamswild wieder einmal bewusst ins Zentrum des Interesses zu rücken, organisierten die Jagdverwalter Heinz Nigg und Ueli Nef zusammen eine Appenzeller Gamstagung. Ziel der Tagung war es nebst dem kameradschaftlichen Austausch zwischen Innerrhoder und Ausserrhoder Jäger auch einen Wissens- und Erfahrungsaustausch sicher zu stellen. Als Referenten traten nebst den Jagdverwaltern auch Thomas Rempfler aus dem Schweizerischen Nationalpark, sowie Miriam Pewsner vom Zentrum für Wildtierkrankheiten der Universität Bern und Rolf Wildhaber, Wildhüter beim Kanton St.Gallen auf.

In einem ausgewogenen Programm wurde am Vormittag hauptsächlich theoretisches Wissen vermittelt. Biologie und Ökologie rund um die Gämse kamen ebenso zur Sprache wie Wildtierkrankheiten und Geschichtliches. Am Nachmittag standen drei Arbeitsposten bereit. Mirjam Pewsner zeigte an einem erlegten Gamsbock, vorauf die Jäger beim Ausweiden besonders achten müssen. Veränderungen an Organen und Gewebe erkennen, sowie Wildbrethigyene und eine erste Fleischschau durch den Jäger waren hier die Stichworte. An dem von Rolf Wildhaber betreuten Posten ging es hauptsächlich um das jagdliche Handwerk. Die Alters- und Geschlechtsansprache anhand von Fallbeispielen und viel mitgebrachtem Anschauungsmaterial waren hier Thema. Und schliesslich stellten sich die beiden Jagdverwalter an einem runden Tisch einer Diskussion bezüglich der Gamsjagd. Den Jägern wurde die Gelegenheit geboten, ihren Vorstellungen, Sorgen und Nöten Ausdruck zu verleihen. Dies führte zu konstruktiven und durchaus guten Diskussionen zwischen der Jägerschaft und den Jagdverwaltungen.

Mit einer schönen musikalischen Umrahmung sorgten die Jagdhornbläser „Freiheit“ aus Appenzell für einen würdigen Abschluss dieser Tagung. Die Jagdverwaltungen danken den Kronberg Bahnen AG . Ohne ihre grosszügige Unterstützung wäre die Organisation eines solchen Anlasses bestimmt um einiges schwieriger gewesen. Ebenso bedanken sich Heinz Nigg und Ueli Nef bei sämtlichen Referenten für die sehr interessanten Vorträge und bei der Jägerschaft für das rege Interesse.

 

Die Teilnehmer hören gespannt den Ausführungen von Thomas Rempfler zu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Jagdverwaltungen AR / AI   (Text und Fotos Schweizer Jäger 07/15)